Donnerstag, 13. April 2017

[Film Favoriten] The Help

 
Jahr: 2011
Land: USA
Regie: Tate Taylor (aus Jackson, Mississippi)
Schauspieler: Emma Stone (Einfach zu haben, La La Land), Viola Davis (How To Get Away With Murder), Octavia Spencer (Hidden Figures), Jessica Chastain (Zero Dark Thirty) und einige mehr
Musik: Thomas Newman (American Beauty)
Preise: Oscar, Golden Globe und BAFTA (jeweils Beste Nebendarstellerin - Octavia Spencer)

Worum geht es?

Die junge Eugenia "Skeeter" kommt Anfang der 1960er Jahre von ihrem Studium zurück in ihre Heimat, nach Jackson in Mississippi. Während ihre ehemaligen Freundinnen bereits mit Heiraten und Kinderkriegen beschäftigt sind, arbeitet sie als Journalistin, was sehr kritisch beäugt wird. Hinzu kommt, dass Skeeter ausgerechnet die afroamerikanischen Hausmädchen ihrer Freundinnen für ihr Buch befragt! Sie möchte deren Geschichten erzählen. Diese weigern sich zuerst, ihre Erlebnisse zu schildern, weil sie eine Kündigung fürchten. Schließlich erzählen sie: von prekären Verhältnissen, Rassentrennung, Angst und Doppelmoral. Die Stadtbewohner wollen die Veröffentlichung natürlich verhindern und verkuppeln Skeeter stattdessen.

Welche Bedeutung hat der Film für mich?

Mir war vorher nicht klar, welche Ausmaße Rassismus annehmen kann. Ich als blasse Europäerin hatte mir bisher nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht. Ich dachte, dass nach dem Ende der Sklaverei in den USA der Rassismus höchsten noch sehr latent auftritt und man sofort gemaßregelt würde, wenn man sich (aus Versehen) rassistisch äußert, wie ich es von hier kenne. Schließlich sind die 1960er noch nicht lange her. In diesem Jahrzehnt wurden meine Eltern geboren! Daher empfand ich die Zustände, wie sie im Film gezeigt werden, als sehr unangenehm.
Der Film beschäftigt sich aber nicht nur mit Rassismus, sondern auch mit Feminismus. Wie Skeeter behandelt wird und was es für ein Kampf für sie ist, die natürlichsten Dinge zu tun, wie zu arbeiten, hat mich richtig aggressiv gemacht!
Trotz der ernsten Thematiken ist der Film dank genialer Situationskomik und freundlichen Kamerabildern sehr gut anzuschauen. Die Kostüme und die Schauspieler erledigen ihr Übriges. Selten habe ich so eine perfekte Cast gesehen. Beim Anschauen habe ich nicht eine Minute daran gedacht, dass das ja Schauspieler sind, so gut haben sie gespielt. Besonders toll finde ich Jessica Chastains Figur Celia Foote, die von den Frauen in der Stadt gemobbt wird, obwohl sie so liebenswürdig ist - ein bisschen erinnert der Film dank der vielen Zickereinen auch an Desperate Housewives.
Der Film, der auf dem Roman Gute Geister von Kathryn Stockett basiert, ist sowohl ein Drama als auch ein Feel-Good-Movie. Emma-Stone-Fans, Kostümliebhaber und solche, die den Süden der USA mögen, werden voll auf ihre Kosten kommen. Generell ist der Film viel zu unbekannt und unterschätzt. Meiner Meinung nach ist das ein sehr massentauglicher Film!

Was passt dazu?

Wer den Film noch nicht gesehen hat, kann erst das Buch lesen. Am besten schaut ihr den Film zu zweit oder mit mehreren, so könnt ihr gemeinsam über Hilly und ihre Freundinnen lachen. Über die Thematiken müsst ihr euch vorher nicht unbedingt schlau machen, den die Misstände springen einem auch so sofort ins Auge. Als Getränk eignet sich selbstgemachte Limonade sehr gut. Vielleicht braucht ihr auch etwas zum Knabbern, denn die Spielzeit beträgt zweieinhalb Stunden.

Trailer


 
Zu allen Teilen der Film-Favoriten kommt ihr hier.

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