Mittwoch, 11. Januar 2017

Meine Vorsätze zum neuen Jahr

Das Jahr ist jetzt schon wieder elf Tage alt und ich komme endlich dazu, meine Neujahrsvorsätze mit euch zu teilen.
Ich halte eigentlich nicht viel von diesem "Im-nächsten-Jahr-wird-alles-besser"-Gerede, weil es meist fromme Hoffnungen sind, von denen man meilenweit entfernt ist und für die man gar keine zeitlichen und energetischen Reserven hat, um sie tatsächlich umzusetzen.
Meine Vorsätze sind daher auf den ersten Blick vielleicht zu belächeln, aber es sind Dinge, die ich umsetzen kann und die mir etwas bringen.

Zunächst einmal möchte ich darauf achten, mir nicht zu viel zuzumuten. Ich bin ein ehrgeiziger und perfektionistischer Mensch, der realtiv gut mit Stress zurecht kommt. Trotzdem habe ich letztendlich viel mehr davon, wenn ich mich jeder Aufgabe, jeder Situation und jeder Verabredung mit Hingabe widme anstatt durch den Tag zu hetzen. Ich benötige immer etwas Zeit für mentale Vor- und Nachbereitung, so langweilig das auch klingt.


Vielleicht hilft ein Beispiel, um zu verdeutlichen, was ich meine: Ihr bucht vielleicht jetzt eine Reise, die im Juli stattfindet, und überlegt euch in der Zwischenzeit, welche Sehenswürdigkeiten ihr anschauen wollt, wohin ihr zum Essen gehen möchtet, welchen Laden oder welches Museum ihr auf jeden Fall besuchen wollt und welche Kleidung ihr auf der Reise gerne tragen möchtet. Ihr stellt euch vor, wie ihr am Strand entlang lauft oder wie ihr es euch abends in einer Bar gutgehen lasst - kurzum, ihr bereitet euch auf die Reise vor und entwickelt daher eine große Vorfreude. Nach der Reise sucht ihr die schönsten Fotos raus, lasst sie auf Fotopapier entwickeln und klebt sie zusammen mit den Eintrittskarten aus dem Museum und der Rechnung von diesem tollen Restaurant in ein Fotoalbum - schön!
Jetzt stellt euch mal vor, ihr bucht die gleiche Reise, habt, bis es soweit ist, keine Zeit, euch mit der Reise zu beschäftigen, fangt dann vor Ort panisch an zu recherchieren, was man auf jeden Fall machen sollte, kommt dann wieder nach Hause und seid wieder voll im Stress wegen zig anderen Dingen. Ihr habt den Urlaub schneller vergessen, als ihr "Montag" sagen könnt.
Das Beispiel übertrage ich auf mein Studium, das voller spannender, aber auch zeitintensiver Module ist, auf Gespräche, die ich führe, auf Verabredungen, auf Ausflüge und so weiter. Ein voller Terminkalender bedeutet nicht, dass ich glücklich bin, weil ich begehrt und wichtig bin, sondern eher, dass ich es allen recht machen will und einem gesellschaftlich gewollten Lifestyle à la Sex and the City hinterherhechele. Das will ich nicht, denn das ist für mich kein Leben.
Den Mut zur Lücke im Terminkalender praktiziere ich seit letztem Sommer. Es sieht so aus, dass ich mein Studium um ein Semester verlängere, um parallel nicht zu viel Stoff zu haben, und dass ich weniger Stunden nebenher arbeite (was ich mir dank einer Stundenlohnerhöhung leisten kann). Dadurch habe ich einen ganzen und zwei halbe Tage zusätzlich zum Wochenende zur freien Verfügung (die ich entweder zum eigenverantwotlichen Studieren nutze, für Erledigungen oder einfach zum Spaß haben). Am Wochenende versuche ich, so wenig Termine wie möglich zu haben, um in diese gemütliche Wochenends-Stimmung zu kommen, bei der gefühlt die Zeit stillsteht. Ich sehe auch das Geldverdienen lockerer - es ist nett, aber auch nicht schlimm, wenn ich mal eine Stunde weniger arbeite als geplant - da versuche ich lieber, weniger Geld sinnlos auszugeben! Das bringt mich zum nächsten Punkt.

Kein Geld mehr für Sinnloses ausgeben. Was sinnlos ist und was nicht, muss jeder selbst entscheiden und auch ich muss mein Ideal erst noch finden. Es ist so, dass ich jeden Euro, den ich nicht ausgebe, am Ende des Monats sparen oder sogar anlegen kann. So werden aus dem Euro irgendwann mal zwei, dann drei, die ich für etwas besseres ausgeben könnte, wenn ich wollte.


Bei Urlauben, Wohnen und Kleidung ist das Einsparpotential groß, aber auch die kleinen Spontankäufe bei dm läppern sich schnell. Vielleicht kennt ihr das: Ich habe diesen Lippenstift nur gekauft, weil viele sagen, dass der ja so toll sei, dabei trage ich fast nie Lippenstift und habe auch schon zig ähnliche zuhause.
Oder das: Müssen wir in den Sommerferien verreisen, wenn uns kein Ort einfällt, wo wir unbedingt hinwollen? Lass uns doch zuhause "urlauben" und zwei Wochen lang Sehenswürdigkeiten in der Umgebung ansteuern. Abends schön Essen gehen kann man ja trotzdem.
Oder: Warum gehen wir mit unseren guten Freunden so oft auswärts was trinken, wenn wir sie doch auch zu uns einladen können, wo die Cocktails einen Bruchteil kosten und wir zudem abends direkt ins Bett fallen können?
Mich hat die Minimalismus-Bewegung auf diese Gedanken gebracht. Besitz ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch eine Verpflichtung. Je mehr du besitzt, desto mehr musst du womöglich reparieren. Besitz ist nicht nur Luxus, sondern raubt auch Zeit und Energie. Ein Beispiel: Je teurer und größer deine Wohnung ist, umso mehr Fläche musst du jedes Mal putzen.
Im neuen Jahr versuche ich, nur noch das zu konsumieren, wofür mein Herz wirklich schlägt oder was mein Verstand mir als notwendig empfiehlt. Olaplex-Kuren für 40,00 oder True-Fruits-Smoothies für 4,00 gehören definitv nicht mehr dazu.

Zu den Dingen, die nett zu haben sind, aber eigentlich auch völlig egal, gehört ein Sixpack. Nun sind wir bei den klassischen Neujahresvorsätzen angekommen. Dieser ist derjenige, der mir am wenigsten wichtig ist, weshalb er hier vielleicht gar nicht hingehört, aber trotzdem habe ich Hoffnung darauf, weshalb er hier vielleicht doch hingehört.
Letzes Jahr habe ich mit den Yoga-Kursen in meiner Uni aufgehört, weil ich Zeitmangel hatte und der Kurs mir nicht mehr zugesagt hat (und das Geld jedesmal!). Eine Weile später habe ich dann zuhause mithilfe einer DVD mit speziellem Yoga angefangen, um mehr Muskeln aufzubauen, denn das ist gesund und sieht ja auch ganz nett aus.

Ich bin sehr schlank, weshalb man bei mir schnell Erfolge sieht, und ich merke bei den Übungen, dass ich bereits mehr Kraft habe. Leider fällt es mir hin- und wieder schwer, mich zum Trainieren aufzuraffen (so auch jetzt übrigens, deswegen schreibe ich diesen Post). Das ist zwar schade, aber auch völlig okay und ich habe deswegen kein schlechtes Gewissen. Ganz im Gegenteil: Jedes Mal, wenn ich trainiere, ist es ein Plus, und wenn nicht, eben nicht.


Das sind meine dreis Vorsätze zum neuen Jahr. Wenn ich sie umsetze, bin ich stolz auf mich, wenn nicht, werde ich gute Gründe dafür haben.

Habt ihr Vorsätze? Welche? Und wie lief es vergangenes Jahr?

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